Berichte

Gemeinschaft wärmt – Treffen in Bremerhaven

8.5.2013 | Am vergangenen Wochenende trafen sich rund 60 Mitglieder der Regenbogen-NAK in Bremerhaven. Mit dabei: Viel Glauben, viel äußere und innere Wärme.

Die Mitglieder der Regenbogen-NAK in der Kirche Bremerhaven-Wulsdorf

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Der kühle Norden machte am letzten Wochenende seinem Namen keine Ehre. Als sich vom 3.-5. Mai 2013 rund 60 Mitglieder der Regenbogen-NAK in Bremerhaven treffen, scheint nicht nur den ganzen Tag die Sonne; es herrscht eine herzlich-warme Atmosphäre, die unter Menschen so unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters und Hintergrundes außergewöhnlich ist.

Die Teilnehmer des Treffens kommen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zwischen Graz, Zürich, Lübeck, und Berlin, aus den Niederlanden und aus Frankreich. Ihr Alter reicht von 16 bis Ende 60. Und die Geschichten hinter den Anwesenden sind vielfältig: Der Schüler, der heimlich gekommen ist, weil er sich noch nicht bei seinen Eltern geoutet hat; die Mutter, die ihren schwulen Sohn zu seinem ersten Treffen begleitet; das Frauenpaar, das vor zwei Jahren ein Segensgebet zu seiner Verpartnerung erhalten hat – Sie alle sind gekommen, um ein Wochenende lang Gemeinschaft zu erleben, miteinander Aktivitäten zu planen und ihren Glauben zu teilen.

„Gerade die Mischung aus Alt und Jung, Nord und Süd, Neuen und ,Erfahrenen‘ verleiht der Gruppe eine Kraft, die ihresgleichen sucht“, sagt Bezirksältester Wolfgang Adomeit, der das Treffen zu vielen Programmpunkten besucht. „Ich habe seit dem Europa-Jugendtag keine so fröhliche, herzliche und positive Zusammenkunft im Geschwisterkreis erlebt wie hier.“ Zusammen mit dem Vorsteher der Gemeinde, Hans-Adolf Steinke, begrüßt der Bezirksälteste die Teilnehmenden am Freitagabend in der Kirche Bremerhaven-Wulsdorf, in der die meisten Aktivitäten des Wochenendes stattfinden. Den Abend nutzen Alle zum gegenseitigen Austausch, zum Wiedersehen und Kennenlernen.

Viele neue und jüngere Teilnehmer

Etliche Schwestern und Brüder sind in Bremerhaven das erste Mal bei einem Treffen der Regenbogen-NAK dabei. Darunter sind auch einige Jugendliche, die sich schnell in die Gruppe einfügen. „Gleich, als ich ankam, wurde ich so herzlich und freundlich von allen begrüßt, dass ich mich einfach nur wohlfühlen konnte“, berichtet der 18-jährige Mirco. Der 20-jährige Max ist zusammen mit seiner Mutter, der 45-jährigen Silke, gekommen. Sie erzählt: „Wir wurden von allen so aufgenommen, als würden wir uns schon immer kennen. Meine anfängliche Unsicherheit war nach kurzer Zeit weg. Ich habe mich total für Max gefreut! Die ersten Jüngeren kamen zur Tür herein und er war integriert.“

Am Samstagvormittag findet in der Kirche eine Arbeitssitzung statt. In der Sitzung informieren Vertreter der Gruppe ihre Mitbrüder und -schwestern über aktuelle Aktivitäten und den Stand der Gespräche der Regenbogen-NAK mit der Kirche. Zudem erarbeiten die Mitglieder in Gruppen Ideen für den Internationalen Kirchentag 2014, an dem sich die Initiative mit einem Info-Stand präsentieren wird. Zum Abschluss wird Monika Rösch aus dem Kompetenzteam der Gruppe verabschiedet. Ihre Nachfolgerinnen Ann-Katrin und Ute-Michaela stellen ihre Aufgabenbereiche vor.

Das Freizeitprogramm am Samstagnachmittag führt die Teilnehmenden an die Weser. Ein Teil der Anwesenden besucht das Klimahaus Bremerhaven, der andere unternimmt eine Hafenrundfahrt mit dem Schiff. Am Abend treffen sich die Mitglieder der Regenbogen-NAK wieder in der Kirche. Auf Anregung einiger niederländischer Teilnehmer legt die Gruppe um Punkt 20 Uhr zwei Schweigeminuten ein – auf diese Weise gedenken die Niederländer am 4. Mai den Kriegstoten seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Anschluss finden sich alle zum gemeinsamen Abendessen ein.

Bewegende Momente im Gottesdienst

Der Höhepunkt des Wochenendes ist der Gottesdienst am Sonntagmorgen. Die Mitglieder der Regenbogen-NAK feiern ihn zusammen mit den Gemeinden Wulsdorf und Geestemünde. Bischof Hans-Werner Hartwig dient den Anwesenden und begrüßt die Gäste der Regenbogen-NAK herzlich. Evangelist Volker Traue sorgt für einen bewegenden Moment: In seinem Mitdienen berichtet er von seinem 17 Jahre älteren Bruder, der homosexuell war. Er litt sein ganzes Leben darunter, dass seine Familie und sein Umfeld seine Veranlagung nicht akzeptierten. Heute ist er in der Ewigkeit. Es mache ihn glücklich, so Evangelist Traue, zu sehen, dass es heute möglich ist, sich so offen zu zeigen und angenommen zu werden, wie man ist. Zum Abschluss des Gottesdienstes trägt ein kleiner Chor der Regenbogen-NAK ein Lied vor.

Ein besonderer Blickfang am gesamten Wochenende ist der Altarschmuck, der in Regenbogen-Farben gestaltet ist. Die Schwester, die den Altar geschmückt hat, ist einige Tage zuvor Witwe geworden. Sie bestand trotzdem darauf, den Altarschmuck zu erstellen. Die Teilnehmer bedanken sich nach dem Gottesdienst bei der Schwester für diese bewegende Geste. Ein Teilnehmer überreicht ihr eine Karte und verspricht ihr, dass alle anwesenden Mitglieder der Regenbogen-NAK für sie beten.

Erinnerungen: mittendrin und pudelwohl

Die Gemeinden Wulsdorf und Geestemünde haben die Gäste anschließend zu einem Brunch eingeladen. Einige Gemeindemitglieder sind das ganze Wochenende im Einsatz und versorgen die Anwesenden mit Speisen und Getränken. Nach dem Brunch begeben sich die Mitglieder der Regenbogen-NAK auf den Rückweg. „Ich habe mich pudelwohl gefühlt“, resümiert die 25-jährige Carmen. „In vielen spannenden Gesprächen habe ich immer erfahren, dass ich so angenommen werde, wie ich bin. Und das tut richtig gut.“ Max ist begeistert, weil er auf Anhieb „mittendrin“ war. Seine Mutter Silke fühlt sich durch das Treffen bestärkt: „Das Wochenende hat mir gezeigt, wir haben den richtigen Weg gewählt. Die Erinnerung an die Gespräche, die Freude, das zusammen Lachen und Weinen wird mir in der nächsten Zeit die nötige Energie geben, dass ich meinen Sohn unterstützen kann.“

Auch Sascha, der das Treffen zusammen mit seinem Partner Michael organisiert hat, ist mehr als zufrieden: „Dass sich 60 Teilnehmer der Regenbogen-NAK auf in den hohen Norden gemacht haben, finde ich ich fantastisch. Das ganze Wochenende herrschte eine tolle Atmosphäre und super Stimmung!“ Viele der Teilnehmenden nehmen nicht nur die warmen Sonnenstrahlen, sondern auch die wärmenden Augenblicke in der Gemeinschaft mit nach Hause. Am Montagmorgen postet Maik, einer der Teilnehmer, auf seiner Facebook-Pinnwand: „Gibt es ein Medikament, mit dem man nach einem wunderschönen Wochenende wieder in den Alltag zurück findet?“ Das gibt es – bleibende Erinnerungen an eine schöne Zeit und die Vorfreude auf ein Wiedersehen. „Abreisen mit der Gewissheit, beim nächsten Treffen wieder dabei zu sein“, drückt es Frank aus. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich vom 4.-6. Oktober 2013 in Dresden.

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