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Einheitliche Regelungen für „Segensgebete“

Regenbogen-NAK begrüßt die Entscheidung der BAV, weltweit einheitliche Richtlinien für Gebete für homosexuelle Paare einzuführen.

Die Bezirksapostelversammlung (BAV) hat weltweit einheitliche Richtlinien für Gebete für homosexuelle Partnerschaften beschlossen. Die Regenbogen-NAK begrüßt diesen Entschluss. Die Initiative hatte die Diskussion dazu angestoßen, indem sie auf abweichende Regelungen in verschiedenen Gebietskirchen hingewiesen und auf eine Lösung gedrängt hatte.

Seit 2009 haben gleichgeschlechtliche Paare offiziell die Möglichkeit,  von einem Amtsträger der Neuapostolischen Kirche ein Gebet um den Segen Gottes für ihre eingetragene Lebenspartnerschaft oder Ehe zu erhalten. In den meisten Bezirksapostelbereichen wurden diese als „Segensgebete“ bezeichnet. Bezirksapostel Armin Brinkmann hatte dazu eine Richtlinie für seinen damaligen Arbeitsbereich, die Gebietskirche Nordrhein-Westfalen, ausgearbeitet. Diese Richtlinie wurde später zu einer Empfehlung der BAV, die jeder Bezirksapostel in seinem Arbeitsbereich fakultativ einsetzen bzw. auch abändern konnte. Dies führte zu großer Unsicherheit bei allen Beteiligten und zu zum Teil erheblichen Unterschieden bei der Bewilligung bzw. Ausgestaltung solcher Gebete.

Weltweit einheitliche Richtlinien

Nun hat die BAV bei ihrer Sitzung am 7. Oktober 2015 in Kapstadt für die gesamte Kirche weltweit eine einheitliche Regelung festgelegt: Künftig soll in allen Ländern, in denen eine rechtsverbindliche Form der homosexuellen Partnerschaft möglich ist, z.B. eine eingetragene Lebensgemeinschaft oder Eheschließung, ein Gebet für das Paar stattfinden können. Diese heißen „Gebete für eingetragene Partnerschaften“, die Bezeichnungen „Segensgebet“ oder „Partnerschaftsgebet“ gelten nicht mehr.

In den Regionen, in denen solche Gebete möglich sind, gelten laut Bericht auf nac.today einheitlich folgende Rahmenbedingungen:

  • Die Eintragung der Lebenspartnerschaft muss bereits gesetzlich vollzogen worden und mindestens einer der Partner neuapostolisch sein.
  • Das Gebet findet immer außerhalb des Gottesdienstes statt – es soll auch nicht in Verbindung mit einem Gottesdienst durchgeführt werden, sondern es wird in der Regel in der Wohnung der Partner gesprochen. Wo dies nicht möglich oder gewünscht ist, können auch die Räumlichkeiten in der Kirche genutzt werden.
  • Die Amtsträger der Kirche sollen eine entsprechende Handreichung zur Durchführung solcher Gebete erhalten.

Wichtiger Schritt für homosexuelle Kirchenmitglieder

Die Regenbogen-NAK begrüßt die Entscheidung der BAV, einheitliche Richtlinien für Gebete für homosexuelle Paare zu schaffen. Der Beschluss ermöglicht verlässliche Rahmbedingungen sowohl für gleichgeschlechtliche Paare als auch für die zuständigen Amtsträger. Erfreulich ist zudem, dass die Kirchenräume als Austragungsort ausdrücklich als Möglichkeit vorgesehen sind, und zwar bereits dann, wenn das Paar den Wunsch danach äußert. Dies stellt eine erhebliche Liberalisierung gegenüber allen, bislang recht unterschiedlichen Regelungen in den Gebietskirchen dar. Unverändert bleibt, dass das „Gebet für eingetragene Partnerschaften“ keine Segenshandlung darstellt, in der ein Segen gespendet wird. Es beinhaltet lediglich die Bitte an Gott um den Segen für das Paar. Auch wenn dadurch noch nicht alle Unterschiede zu heterosexuellen Paaren abgebaut sind, stellt der Beschluss der BAV doch einen wichtigen Schritt zur Akzeptanz homosexueller Schwestern und Brüder dar.

Regenbogen-NAK hatte die Thematik bei der Kirchenleitung auf die Tagesordnung gebracht, als sie im Herbst 2014 Kritik an neu eingeführten Richtlinien für Gebete für homosexuelle Partnerschaften in der NAK Norddeutschland geübt hatte. Diese waren nach Ansicht der Initiative deutlich restriktiver gestaltet als in anderen Bezirksapostelbereichen. Die Gruppe hatte über ihren offiziellen Ansprechpartner, die Projektgruppe Ehe, Familie, Konkubinat, die Kirchenleitung um Klärung der Situation gebeten. Die folgende Diskussion war der Anlass für die nun vorliegende einheitliche Regelung.

Peter Knöpfli, Sprecher für Regenbogen-NAK und Teilnehmer an den Gesprächsrunden mit der Kirchenleitung: „Wir freuen uns, dass die Kirche mit dieser Entscheidung ein wichtiges Signal der Kooperationsbereitschaft auch an Regenbogen-NAK sendet und wir damit einen kleinen Schritt weiter kommen auf dem Weg zur Gleichstellung von homosexuellen Brüdern und Schwestern in unserer Kirche.“


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27.-29. Oktober 2017: Offenbach (Deutschland)

04.-06. Mai 2018 : Münster (Deutschland)

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