Aktuelle Berichte

"Wir als Eltern haben es in der Hand"

Ein Vater berichtet 15 Jahre nach dem Coming-out seines Sohnes, wie sich das Verhältnis zu seinem Kind entwickelt hat. Er erkennt: Nicht mein Sohn, sondern ich musste mich ändern.

Vor einigen Jahren schrieb uns ein Vater unter dem Pseudonym Revilo einen Erfahrungsbericht über das Coming-out seines Sohnes. Als sein Kind ihm heute vor rund fünfzehn Jahren eröffnete, das es schwul ist, war er entsetzt, wütend, fassungslos. Er wollte mit seinem Sohn nichts mehr zu tun haben. Einige Zeit herrscht Funkstille. In dem Bericht, der 5 Jahre nach dem Outing verfasst wurde, erzählt Revilo, dass über die Jahre ein Entwicklungsprozess bei ihm einsetzte. Er informierte sich, machte sich viele Gedanken. Es kam wieder zur Annäherung, die Situation bessert sich langsam. "Sicherlich habe ich auch weiterhin noch eine Menge an mir zu arbeiten", schreibt Revilo am Ende seines Berichts.

Nun, rund zehn Jahre nach seinem Bericht, hat sich Revilo erneut bei uns gemeldet. Überrascht, noch seine Zeilen von damals auf unserer Homepage zu lesen, schreibt er uns, wie die Situation heute aussieht. Im zweiten Teil seines Berichts erzählt er, dass sich das Verhältnis wieder zum Besten gewandelt hat. Er und sein Sohn verstehen sich sehr gut. Es war allerdings ein Umdenken notwendig. Revilo: "Nur ich als Elternteil kann mich auf die Situation einstellen, mich richtig und sachlich informieren. Der Betroffene selbst kann seine Situation kaum verändern und muss es auch nicht, denn sie ist von Gott gegeben. Wir als Eltern haben es in der Hand. Wir können und sollten, müssen uns bewegen."

Revilo empfiehlt betroffenen Eltern, auf Herz und Verstand zu hören: "Manchmal ist es der Verstand, der uns bei der Erarbeitung guter Lektüre zum Thema hilft, manchmal ist es aber auch "nur" die Liebe, die trägt und die Gedanken in die richtige Bahnen lenkt. Bestenfalls ist es beides, was die Beziehung zwischen Kind und Eltern wieder normalisiert."

Wir danken Revilo für seinen Bericht und wünschen uns, dass er anderen Eltern Mut macht.

Erster Teil des Berichts

Zweiter Teil des Berichts

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Eltern homo-, bi- und transsexueller Kinder können sich bei der Regenbogen-NAK an die Eltern-Initiative wenden. Eltern, die ähnliches erlebt haben, stehen für Gespräche und Erfahrungsaustausch bereit.

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27.-29. Oktober 2017: Offenbach (Deutschland)

04.-06. Mai 2018 : Münster (Deutschland)

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