2003

9. Treffen der Regenbogen-NAK in Chemnitz

Am Wochenende 24. - 26. Januar 2003 fand ein Treffen der Regenbogen-NAK in Chemnitz statt. Wir hatten uns entschlossen, uns einmal etwas östlicher als bisher üblich zu versammeln - und da Eberhard, ein Mitglied von Regenbogen-NAK, in Chemnitz wohnt, war der Ort schnell festgelegt.

Nachdem wir uns vor einem Jahr anlässlich des Treffens in Uster bei Zürich in den Räumen der dortigen Kirche versammelt hatten, wollten wir auch diesmal versuchen, dies so zu tun: nicht zuletzt, um einen unserer Leitsätze symbolisch zu verwirklichen: "Wir wollen in der Neuapostolischen Kirche unseren Glauben als vollwertige Gemeindemitglieder leben können, unabhängig von unserer sexuellen Orientierung oder unserem geschlechtlichen Zugehörigkeitsgefühl". Der Vorsteher der Gemeinde sowie der Bezirksälteste zeigten sich unserem Wunsch gegenüber sehr aufgeschlossen und willigten sogleich ein.

Im Verlaufe des Freitags trafen die Teilnehme aus allen Himmelsrichtungen nach und nach ein: Rheinland, Ruhrgebiet, Bayern, Baden-Würtemberg, Berlin und die Schweiz waren vertreten; manche kannten sich bereits von früheren Treffen, andere waren zum ersten Mal dabei. Der erste Abend diente ganz dem gegenseitigen Kennenlernen, dem Erzählen und dem Austausch von Erfahrungen.

Der Samstag war dann ganz der Arbeit gewidmet. In einer langen Sitzung wurden

* ein Faltblatt verabschiedet und für den Druck freigegeben

* die Broschüre für die Amtsträger überarbeitet

* die Zusammenarbeit mit der Kirchenleitung, insbesondere dem "Gremium für besondere Angelegenheiten" diskutiert (näheres unter: www.naktuell.de/0103/0103002.html)

* die innere Organisation der Regenbögen erörtert

Am Nachmittag fand dann ein eigentlicher Höhepunkt des Treffens statt: der Vorsteher der Gemeinde, Hirte Heiko Schreiter, besuchte zusammen mit Priester Matthias Wasserberg, der Interesse an der Initiative "Regenbogen-NAK" gezeigt hatte, die in den Räumen der Kirche Chemnitz versammelten "Regenbögen". Sehr schnell kam ein offenes Gespräch zustande - vor allem auch dank dem Umstand, dass die beiden Amtsträger vollkommen offen bekannten, dass sie anfänglich gegenüber homo- und transsexuellen Menschen befangen waren und erst dank einer tieferen Auseinandersetzung mit der Thematik und den Informationen auf unserer Website zu einer sachlicheren, entspannteren Haltung fanden. Diese stellten sie auch sogleich unter Beweis: die verschiedenen Erzählungen und Schilderungen persönlicher Lebenslagen wurden mit wirklichem Verständnis, bemerkenswerter Offenheit und Bereitschaft zur Hinterfragung gängiger Klischees aufgenommen. So dauerte der ursprünglich als kurze Visite geplante Besuch ohne weiteres fast zwei Stunden, in denen niemand nach der Uhr sah – und in denen sich wohl der eine oder die andere wünschte, dass es viel mehr solcher Gespräche geben sollte. Das anschliessende Gebet durch den Vorsteher bildete einen bewegenden Abschluss des Besuchs.

Nach einer kurzen Pause wurden dann die noch offenen Punkte der Tagesordnung abgearbeitet. Danach ging es zum wohlverdienten Abendessen in ein Restaurant. Die Anstrengung der für die meisten langen Anreise und der intensiven Arbeit in der Sitzung machte sich bald bemerkbar: schon um Mitternacht hatten sich die meisten aufs Ohr gelegt, andere nutzten noch die Gelegenheit, bei einem Glas Wein Gespräche im kleinen Rahmen zu führen.

Am Sonntag morgen besuchten dann die Regenbögen gemeinsam den Gottesdienst in der Gemeinde Chemnitz. Der Bezirksälteste hielt den Gottesdienst; den Vorsteher, den wir schon kannten, konnten wir dann als Mitdienenden erleben. Einige Geschwister haben sich wahrscheinlich über die unbekannte Gruppe in ihrer Mitte gewundert, aber begrüsst wurden wir von allen sehr freundlich. Manchen Blicken war eine gewisse Unsicherheit anzumerken – die Amtsträger der Gemeinde waren ja über den Anlass informiert worden, und zumindest sie wussten also schon, wen sie vor sich hatten. Aber der Vorsteher und der Priester, die uns besucht hatten, gingen mit gutem Beispiel voran und gesellten sich zu der Gruppe, um anschliessend ein Bild vor dem Eingang der Kirche zu machen.

Leider mussten nach dem Gottesdienst die meisten gleich abreisen, denn der Weg war für viele noch weit. Aber die Erinnerungen werden noch lange wach bleiben – der offene, freundliche Empfang und die Bereitschaft zum Zuhören und Nachdenken haben diesem Treffen eine ganz besondere Note gegeben.

Ein herzliches Dankeschön an die Gemeinde Chemnitz!

 


Nächste Treffen:

4.-6. Mai 2018 : Münster (Deutschland)

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