2006

20. Internationales Treffen von Regenbogen-NAK in Paris, 15. - 17. September 2006

Erstmals in der Geschichte von Regenbogen-NAK fand ein internationales Treffen in Frankreich statt. Tagungsort war Paris, eine Stadt, deren Flair, Liebenswürdigkeit und Internationalität innerhalb der Grenzen Europas wohl einmalig ist. Wir unternehmen erst gar nicht den Versuch, die Stimmung der Tagungsteilnehmer und den besonderen Reiz der Seinemetropole in Worte zu fassen. Man muss es selbst erlebt haben!

Einige Teilnehmer reisten bereits etliche Tage vor Beginn der Tagung an, andere verlängerten ihren Aufenthalt über das Wochenende hinaus. Dadurch hatten sie ausreichend Gelegenheit, sich dem Charme dieser wunderbaren Stadt hinzugeben.

Zum gemeinsamen Auftakt trafen wir uns am Freitagabend im Le Zango Les Halles, einem bezaubernden Restaurant im Zentrum von Paris, genau gesagt, im Stadtteil Le Marais, dem lesbisch-schwulen Szeneviertel. Ebenso delikat wie das Menu und die Getränke zeigte sich uns das bunte Treiben auf den Straßen und Gassen dieses einzigartigen Viertels.

Das Meeting

Am frühen Samstagvormittag fanden wir uns in unserer Kirche Paris-Zentrum in der Rue de Charonne ein. Dort erwartete uns ein opulentes Frühstück nach französischer Art. Gegen zehn Uhr begann mit leichter Verspätung unser Meeting. Es wurde durch Patrick, der das gesamte Treffen zusammen mit seinem Stefan und anderen lieben Helfern organisiert hatte, mit einem Gebet eröffnet.

Die Tagesordnung umfasste mehr als sieben Punkte. Sie beinhaltete u.a. die Berichte über vergangene und noch laufende Initiativen der Regenbögen, den aktuellen Stand bzw. die Ergebnisse von Gesprächen mit NAKI sowie die Erörterung struktureller und administrativer Konzepte zur Bewältigung unserer umfangreichen Aufgaben.

Als besonderer Punkt sei hier das Antwortschreiben des Stammapostels bezüglich unserer Intervention zu dem Artikel in Unsere Familie über das 6. Gebot herausgehoben. Dieser Brief enthält aus unserer Sicht die klare Aufforderung des Stammapostels, uns mit dem GbA in Verbindung zu setzen mit dem Ziel, ein Konzept für Aufklärung und Information zu erarbeiten und dem Stammapostel zur Umsetzung vorzuschlagen.

Viel Zeit nahmen die Beratungen über unsere künftige inhaltliche Ausrichtung in Anspruch. Wir diskutierten intensiv über unsere Selbstdarstellung (z.B. auf unserer Homepage bzw. durch eine Anzeige in UF) und über Impulse zur Förderung einer motivierten und engagierten Mitarbeit in unseren internen Gremien. Die Überbeanspruchung einiger weniger Aktiver führt diese an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit. Eine ausgewogene Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf mehrere Schultern ist unabdingbar.

Die Agenda war so umfangreich, die Beratungen so eingehend, dass sich das Meeting länger hinzog als erwartet. So entschlossen wir uns, nur kurze Pausen einzulegen und auf das vorgesehene Besichtigungsprogramm zu verzichten.

Für 19.30 Uhr war das Abendessen in der Brasserie Le Victoria nahe dem Champs-Elysées angesetzt. Zu unserer aller Überraschung und Freude teilte uns Patrick mit, dass sich für das komplette Menu inklusive der Getränke ein großzügiger Sponsor gefunden hatte. Es war Patricks Chef, der von unserem Meeting erfahren hatte. Fürstlich bewirtet, verließen wir in ausgelassener Stimmung aber auch etwas müde und ermattet die Brasserie. Ein arbeitsreicher Tag neigte sich dem Ende zu; jede/r freute sich auf die Nachtruhe (die es in Paris eigentlich gar nicht gibt!) und auf die Begegnung mit Bezirksapostel Jean-Luc Schneider am Sonntagmorgen.

Der Gottesdienst

Für die Gebietskirche Frankreich wurde der Gottesdienst von der Gemeinde Wissous nach ganz Frankreich übertragen. Wir selbst erlebten ihn in der Gemeinde Paris-Zentrum, die uns tags zuvor dankenswerter Weise als Tagungszentrum zur Verfügung gestellt wurde. Bezirksapostel Jean-Luc Schneider diente auf der Grundlage des Textwortes aus Epheser 3, 20-21: "Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen."

Dazu gab er den Glaubensgeschwistern noch einen besonderen Gruß aus Jesaja 62, 11: "Siehe, der HERR läßt sich hören bis an der Welt Ende: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung ist vor ihm!".

Kerngedanken des Gottesdienstes waren:

* Dank an alle für jede geleistete Arbeit

* Eindringlicher Appell wieder mitzuarbeiten an jene, die sich zurückgezogen haben

* Viele arbeiten immer weniger, Wenige immer mehr; das muss sich ändern

* Erfahrenes Leid, Enttäuschungen und Ungerechtigkeiten ertragen – durch unseren Glauben ist es möglich

* Mehr kämpfen ist möglich, höhere Ziele anstreben – sie sind nicht unerreichbar

Den Gottesdienst kann man hier nachlesen (auf französisch natürlich!).

Viele Gedanken aus unserem Meeting wurden in diesem Gottesdienst angesprochen. Das zeigt uns, dass die Kirche mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, wie wir Regenbogen-Geschwister.

Die Gemeinde Wissous

Auf dem Kirchenhof hatten die Geschwister unter schützenden Pavillons ein schier endlos scheinendes kaltes Buffet aufgetafelt, alles was die französische kalte Küche an Köstlichkeiten zu bieten hat! Während des Essens und danach ergaben sich viele schöne Gespräche mit unseren Gastgeberinnen und Gastgebern, begünstigt durch die Tatsache, dass über 80% der Gemeindemitglieder die deutsche Sprache beherrschen. Wir fühlten uns wirklich herzlich aufgenommen, angenommen und verstanden!

Gespräch mit BAp

Trotz ihres eng beschriebenen Terminkalenders hatten der Bezirksapostel und Bischof Vetter eine ganze Stunde Zeit für einen Gedanken- und Meinungsaustausch mit uns eingeplant. Zunächst stellten unsere Sprecher Arne und Conny unsere Delegation, ihre Intentionen und Ziele vor. Sie berichteten auch von manchen Nöten, Enttäuschungen und Wünschen der Regenbögen. Der Bezirksapostel und der Bischoff bezogen dazu aus ihrer Sicht Stellung. Wenngleich nicht jede ihrer Aussagen für uns befriedigend war, hatten wir doch das Gefühl ernst genommen zu werden. Auch das Bemühen der Kirche zur konstruktiven Zusammenarbeit war deutlich erkennbar.

Am Beispiel der Haltung der afrikanischen (NAK) Kirchen wurde uns allerdings auch aufgezeigt, dass den europäischen Bezirksaposteln meist die Hände gebunden seien, wenn es darum geht, in unserem Sinne "progressives Gedankengut" zu verbreiten. Die kulturellen Unterschiede zwischen den Völkern Europas und Afrikas seien oft unüberwindbar. Einheitliche, für alle verbindliche Aussagen zur Sexualität seien äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich zu vermitteln.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto und der traditionellen tränenreichen Verabschiedung brachte uns eine gut organisierte Fahrbereitschaft zurück zum Bahnhof. Für alle, die nicht das Glück hatten, noch einige Tage in Paris verweilen zu können, stand nun die Heimreise an.

Von dieser Stelle aus einen lieben Dank an alle Glaubensgeschwister in Paris Zentrum und in Wissous, die sich so lieb für uns engagiert haben.

Wie alle Organisatoren der vorangegangenen Regenbogen-Treffen hatten auch Patrick und sein Team Hervorragendes geleistet. Unsere Dankbarkeit, die wir zurückließen und die unvergesslichen Augenblicke, die wir mitnahmen, können nur ein bescheidener Lohn für alle Mühe sein! Jedoch: Ein Tagwerk für den Heiland, das ist der Mühe wert!

 


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