2006

Hoch "Friedhelm" über Dortmund

18. Internationales Treffen der Regenbogen-NAK in Dortmund vom 10. bis zum 12.02.2006

Per Jet, Bahn und Auto trafen in den frühen Nachmittagsstunden des 10. Februar 2006 die allermeisten der über 60 Teilnehmer zum 18. internationalen Treffen der Regenbogen-NAK in Dortmund-Mengede ein. Als Tagungsort diente uns dieses Mal das Hansemann-Bildungszentrum der Handwerkskammer Dortmund. Dass alle Teilnehmer die Unterbringung in hervorragenden Etablissements, die überaus gute und liebevolle Bewirtung in ansprechendem Ambiente, sowie die technisch sehr gut ausgestatteten Seminarräume in Anspruch nehmen konnten, verdanken wir den guten Beziehungen von Friedhelm. Er wusste diesen Vorteil zum Nutzen und zur Freude aller mit unbeschreiblicher Akribie und grandiosem Organisationstalent umzusetzen. Ihm und seiner Crew sei ganz zuerst ein herzliches Dankeschön und unsere uneingeschränkte Anerkennung ausgesprochen!

Als weitere Besonderheit ist die Tatsache anzusehen, dass bei diesem Treffen erstmals Elternpaare als Gäste in unseren Reihen willkommen geheißen werden konnten. Diese gestalteten das Programm des Treffens ganz aktiv und in beeindruckender Weise mit.

Nach dem Einchecken und der wie immer beglückenden Begrüßungszeremonie konnten wir mit Genugtuung feststellen, dass sich eine große Anzahl neuer Teilnehmer in überwiegend jugendlichem Alter erstmals zu diesem Treffen eingefunden hatte. Erfreulich auch die Tatsache, dass erneut liebe Herzen aus anderen Gemeinschaften und Konfessionen unter den Angereisten vertreten waren. Außerdem konnten wir Frank Schuldt aus der Web-Redaktion von Jugend-Online begrüßen. Für ihn ergaben sich an diesem Abend viele neue Eindrücke und Anregungen, über die er in einem schönen Artikel berichtet.

Nach einem kulinarischen Highlight aus den begnadeten Händen von Chefadministrator und *****Koch Friedhelm und seinem Team ergingen wir uns für den Rest des ersten Tages in kurzweiliger Konversation, aber auch hier und da in ernsten Gesprächen, bis uns die Müdigkeit in die bequemen Nachtlager unserer gemütlichen Unterkünfte zwang.

Samstag, 11.02.2006

Obwohl unser Begrüßungsabend bis in den frühen Morgen dauerte waren alle rechtzeitig wieder auf den Beinen. Am wenigsten hat unser lieber Friedhelm geschlafen: immerhin 3 (in Worten: drei) Stunden. Nur, damit wir satt zu Essen haben. Und fragt man Friedhelm, dann ist er geradezu selig, uns bewirten zu können. Ach, du Lieber ...

Um 9.00 Uhr begann die recht interessante Führung über das Gelände des Hansemann-Bildungszentrums. Jetzt wissen wir auch was über Gerüstbau. Und früher wurde hier Kohle gefördert.

Um (etwas nach) 10.00 Uhr sind wir in die Tagesordnung eingestiegen. Na ja, wir wollten es. Erstmal waren wir überrascht von der liebevollen Dekoration unseres Sitzungsraumes. An jedem Platz stand in einer kleinen Vase ein kleines Blümchen mit einem angehefteten Spruch. Quasi ein (Nach-)Denkzettel. Danke lieber Maik!

Ziemlich schnell haben wir die ersten Punkte abgehandelt: Begrüßung, Vorstellung der Tagesordnung, Verabschiedung des bisherigen Sprechers Peter Schärer und Wahl unseres neuen Sprechers Arne Stauch, Begrüßung der inzwischen eingetroffenen Eltern, gemeinsames Gebet, kurze Einführung in ein Konzept zur inneren Organisation unserer Interessengemeinschaft, Vereinbarung von Themen für die vorgesehenen Arbeitskreise ...

Kurze Pause um 11.15 Uhr.

Den geneigten Leser / Die interessierte Leserin wird vermutlich bereits das Gefühl hektischer Spannung ergriffen haben. Ihr könnt euch wieder zurücklehnen. Alles halb so schlimm.

Ganz ordentliche Demokraten werden sicherlich die Hände über den Kopf zusammenschlagen wegen unserer basisdemokratischen Entscheidungsabläufe. Wir sind aber einmütig froh, dass wir Peter über sechs Jahre als Sprecher haben durften und nun Arne für voraussichtlich zwei Jahre die Repräsentation nach außen und die Initiative nach innen übernehmen wird.

Von zunächst zweien unserer Regenbogen-Mitglieder sind die Eltern gekommen. Sie sind unserer Einladung gefolgt und nutzen den verbleibenden Vormittag zum gegenseitigen Kennenlernen und zu einem Gedanken-Austausch über ihre eigenen Erfahrungen.

In Arbeitskreisen werden zu verschiedenen Themen Konzepte und Lösungen erarbeitet. So zum Beispiel:

* wird ein neu gestalteter Flyer vorbereitet

* wird ein geschütztes Forum für unsere internetbasierten Diskussionen in eine erweiterte Testphase gehen

* soll eine verbesserte Struktur der Aufgabenverteilung innerhalb unserer Gruppe die bisherigen Leistungsträger entlasten und unsere Arbeit in den Regionen effektiver machen

* wird eine Themensammlung für unsere nächste Begegnung mit den Aposteln im Gremium für besondere Angelegenheiten vorbereitet

Außerdem haben die weiblichen Mitglieder unserer Gruppe über ihre besonderen Wünsche und Anliegen an die Seelsorge und ihre künftige Zusammenarbeit gesprochen. Für diesen Themenbereich wurde Jolanda als Sprecherin gewählt.

In der Mittagspause trafen dann noch die Eltern von Friedhelm ein. Die Freude war groß, aber auch unser Schrecken, denn Vater Braune hatte sich am Vormittag bei einem kleinen Unfall verletzt. Dennoch wollten sie unbedingt an unserem Treffen teilnehmen.

Nun, am Nachmittag gab es zwei Höhepunkte:

Bezirksältester Hedtfeld und Gemeindeevangelist Günter Lohsträter besuchten uns. Der Bezirksälteste erneuerte den herzlichen Willkommensgruß des Bezirksapostels Brinkmann. Sein Wunsch sei es, dass wir einen erfolgreichen Verlauf unserer Veranstaltung haben mögen und am nächsten Morgen in der Gemeinde Aplerbeck-Nord in einer schönen Begegnung mit den Geschwistern dort Offenheit und Annahme erfahren.

In unserem Gespräch stand die Seelsorge im Mittelpunkt. Unser Wunsch ist es, dass die Kirche in ihr Jugendpflegekonzept mit einbezieht, dass Jugendliche bereits zu einem frühen Zeitpunkt Vertrauen fassen können. So könnte auch das Coming Out von Betroffenen unterstützt werden. Unsere Wahrnehmung ist, dass viele homosexuelle Jugendliche aus Angst vor den Eltern und vor dem kirchlichen Druck (Gemeinde, Jugendgruppe) eher die Kirche verlassen als sich zu offenbaren.

In seinem Gebet trat der Bezirksälteste herzlich dafür ein, dass sich das gegenseitige Verständnis erweitern und festigen möge. Unser himmlischer Vater möge auch allen beistehen, die gegenwärtig Entscheidungen zu treffen haben, die Auswirkungen für sie selbst, aber auch für ihre Familien und Anverwandte haben.

Dann folgte ein bewegendes Gespräch mit den anwesenden Eltern. Dieses Gespräch wurde eingeleitet mit dem Vorlesen eines offenen Briefes. Dieser Brief wurde von einer Mutter, die an unserem Treffen nicht teilnehmen konnte, an Apostel Hoyer adressiert. Es ist ausdrücklicher Wunsch dieser Mutter, und Apostel Hoyer hat dem zugestimmt, dass wir diesen Brief veröffentlichen. Bitte lest hier.

Die anwesenden Eltern berichteten von ihrem Gedankenaustausch am Vormittag. Auch sie mussten sich mit der Situation auseinander setzen, die durch die offenbar gewordene Orientierung ihrer Kinder entstanden ist. Es stellte sich für sie die Frage, inwieweit sie selbst an der Entwicklung ihrer Kinder beteiligt waren. Ob sie Fehler gemacht hätten. Schuldgefühle waren zu bewältigen. Ein Vater sagte, dass ein ehrliches Nachfragen und ein offenes Nachdenken zu dem Ergebnis führen können, dass die Eltern keine Schuld treffe. Und auch ihre Kinder keine Schuld an ihrer sexuellen Orientierung haben, die zu einer neuen Ausrichtung ihres Lebens führte.

Aus den Berichten der Eltern wurde deutlich, dass auch sie anfangs in einer Gefühlsnot waren. Teilweise konnten sie von ihren Seelsorgern gut unterstützt werden, andere wieder sahen keine Möglichkeit, ihre Sorgen offen anzusprechen; sie bewältigten ihren Kummer selbst mit Gebet und Gottes Hilfe.

Die Eltern machten einheitlich ihre Motivation deutlich: die Liebe zu ihren Kindern. Ein Vater brachte es unter Tränen auf den Punkt: "Es ist doch unser Sohn. Wir können doch gar nicht anders, als ihn lieb zu haben!"

Dieses Gespräch hat bei uns allen Gefühlsstürme ausgelöst. Und erst recht bei denen, wo Eltern über Jahre nicht in der Lage sind, sich ihren Kindern zuzuwenden. Die kein konstruktives Gespräch zulassen.

Wir sind alle dankbar, dass wir diese Begegnung mit Eltern haben durften. Über ihre persönlichen Eindrücke haben uns zwei Elternpaare geschrieben. Lest hier und hier die beiden Berichte.

Die Zeit war nun doch fortgeschritten. Die Vorstellung der Arbeitsergebnisse aus den Arbeitskreisen dauerte weit über den vorgesehen Zeitrahmen hinaus an.

Und dann waren wir erst einmal erschöpft.

Am Abend, später als geplant, trafen wir uns im Bistro. Unser lieber Friedhelm, Profi und Meister in seiner offenbar liebsten Beschäftigung, dem Kochen, hat uns zu einer kulinarischen Reise durch Länder und Regionen, in denen die Regenbögen zu Hause sind, eingeladen. Das Buffet war kreativ gestaltet. Die Speisen lecker. Köstlich. Super-Mega- ... >>>???<<<

Also: Es war einfach ein Genuss.

Und dann war da noch jemand. Sie lässt es sich nicht nehmen. Scheut keine Kosten und Mühen. Und merkwürdig. Oft ist sie da, wo wir auch sind. Irgendwie scheint sie uns zu mögen: Inge Meysel. Ja, ja, sie ist es wirklich. Launisch, frech, nervig, müpfig, kurios, grandios. Hallo Thomas, frenetischer Beifall auch von dieser Stelle ...

Es folgte Besinnliches; es gab reichlich Gelegenheit zu heiteren, tröstenden, schönen Gesprächen. Ein Vokal-Chor sang ...

Der geneigte Leser / Die interessierte Leserin wird verstehen: es ist wieder spät geworden. Will sagen: ziemlich weit nach Mitternacht waren wir im Bett.

Sonntag, 12.2 2006

Emsiges Treiben bestimmt den Sonntagmorgen, denn zum einen war heute Abreisetag, zum anderen galt es, nach dem opulenten Frühstück eine ca. 45minütige Anreise zum Gottesdienst in der Gemeinde Dortmund-Aplerbeck-Nord anzutreten. Koffer wurden gepackt, viele hatten sich besonders festlich gewandet und eine erwartungsfrohe Vorfreude war allen Regenbogen-Geschwistern und auch den Gästen anzumerken. Unser Friedhelm hatte es gerade noch geschafft, seine Vorbereitungen für das Mittagessen in der Gemeinde abzuschließen. Im Bus hat er dann seine Fest-Kleidung angelegt ...

Der Empfang durch die Gemeinde war überwältigend! Liebende Hände hatten für das leibliche Wohl alles vorbereitet und wir wurden durch alle Geschwister und Brüder herzlich begrüßt.

Den Gottesdienst hielt Apostel Hoyer. Es ist sicherlich nicht übertrieben, wenn wir diesen Apostel und auch seinen Gottesdienst als ganz einmalig erlebten. Nicht zuletzt auch durch die Tatsache, dass sich der Apostel während des Heiligen Abendmahls in die Reihe der austeilenden Brüder einreihte und ebenfalls die Hostien darreichte. Für uns eine ganz besondere Geste der Annahme, des Willkommens. Feierlich, ein ergreifendes Bild! Danke, lieber Apostel!

Über den Inhalt dieses Gottesdienstes finden sich ausführliche Berichte auf den Web-Seiten von NAK-NRW und Jugend-Online.

Nach dem Gottesdienst waren wir alle und die gesamte Gemeinde zu einem leckeren Mittagessen in und auf dem schönen Kirchengrundstück eingeladen. Dabei wurden schöne Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und für die allermeisten gab es die Gelegenheit, auch mit dem Apostel ins Gespräch zu kommen. Die Sonne schien.

Schließlich war dann für die überwiegende Zahl der Regenbögen die Stunde des Abschiednehmens gekommen. Wie immer flossen reichlich Tränen. Freude, Wehmut und Dankbarkeit über dieses so überaus harmonisch, reibungslos und vor allem erfolgreich verlaufene 18. Treffen. Dank unserem himmlischen Vater, dem allein alle Ehre gebührt und der seine segnende Hand sichtbar über uns alle gehalten hat!

An dieser Stelle möchten wir unseren Geschwistern, besonders dem Vorsteher der Gemeinde, herzlich danken für die Mühen, die sie sich um "unseren" Gottesdienst gemacht haben. Sicherlich viele "Martha-Dienste". Gemeinsam haben wir dem Wort gelauscht wie Maria. Es bleibt jetzt aber die außerordentliche logistische Leistung zu würdigen, weit mehr als 60 zusätzliche Gottesdienstbesucher zu diesem Anlass aufzunehmen. Eine wirkliche Liebestat! DANKE dafür!

Und nun sei hier die Überschrift dieses Berichtes erklärt. Schauen wir mal ein wenig in das Herz von Friedhelm, unserem Gastgeber:

"Am Sonntag vor dem Treffen, saß ich mit den Brüdern im Ämterzimmer zusammen. Draußen das reinste Schmuddelwetter. Und drinnen die Sorge, wie schaffen wir alles unter einen ´Hut´ zu bekommen? Da sagte ich einfach in die Runde, dass am Regenbogensonntag die Sonne scheinen wird. Im Moment, als ich das aussprach, stellte sich sogar ein selbstverständliches Überzeugtsein dessen ein. Ich war ganz ruhig und sicher. Doch als es auch so eintraf, wurde ich wieder ganz still und konnte es wieder nicht fassen!

Ich glaube das Geheimnis zu kennen, worauf dieser Erfolg beruht, um den vollen und großen Segen unseres himmlischen Vaters erlangen zu können. Haben wir den richtigen Schlüssel benutzt, die Priorität richtig gesetzt? Uns war eines wichtig: GEMEINSAM WÜRDIG WERDEN!!!

Daran konnte und wollte ER nicht vorbeigehen. Und das muss nun immer unser erstes Interesse bleiben!!!"

Am Montagmorgen wurde im Morgenmagazin des Fernsehens die Wetterlage erklärt. Das Hoch, das uns den Sonnenschein brachte, trug den Namen "Friedhelm". Wir denken, das ist dem starken Glauben, den vielen Gebeten, dem Mut unseres Friedhelms angemessen. Oder?

Über unser Treffen wurde bereits auf folgenden Internetseiten berichtet:

NAKI: Internationales Treffen von "Regenbogen-NAK" in Dortmund

Jugend Online: Regenbogen-NAK trifft sich in Dortmund

NAK-NRW: "Gemeinsam würdig werden"

NAK-NRW: "Herr, du hast uns angenommen"

NAK-Resse-West: Apostel Hoyer hält Gottesdienst für Schwule und Transsexuelle

Wir danken Bezirksapostel Brinkmann, Apostel Hoyer, Bezirksältesten Hedtfeldt und den Webredakteuren sehr herzlich für das uns gewährte Willkommen und die unbeschreiblich offene Annahme.

 


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