2009

Jubiläumstreffen in Saarbrücken

Vom 23.-25. Oktober 2009 feierte die Regenbogen-NAK ihr 10-jähriges Bestehen in Saarbrücken. Mit dabei: Bezirksapostel Bernd Koberstein.

Bezirksapostel Koberstein im Gespräch mit Regenbogen-Mitgliedern

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Im Bezirksapostelbereich Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland fand 1999 das erste Treffen der Regenbogen-NAK statt. Zehn Jahre später trafen sich Mitglieder der Initiative erneut in einer Stadt in der Gebietskirche. Am vergangenen Wochenende kamen rund 70 homo- und bisexuelle sowie transsexuelle neuapostolische Christen, einige mit Elltern und Partnern nach Saarbrücken, um das Jubiläum der Regenbogen-NAK zu feiern. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Frankreich. Insgesamt war es das 27. Internationale Treffen der Gruppe.

Gewohnte Atmosphäre und erste Schritte

Neben Geschwistern, die bereits einige Male bei Treffen der Gruppe anwesend waren, gab es Teilnehmer, die das erste Mal an einem Treffen teilnahmen. André lief am Freitagabend mehrmals um das Gasthaus am St. Johanner-Markt, in dem sich die Teilnehmer zum Wiedersehen und Kennenlernen trafen, herum. "Der Mut wurde von Mal zu Mal kleiner", erzählt er. "Aber schließlich bin ich doch hineingegangen und werde es nie bereuen. Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt." Bernd und Olaf sind zwei der Gründungsmitglieder, auch sie sind gekommen, um das zehnjährige Jubiläum der Gruppe zu feiern. Ein anderer Teilnehmer hatte bisher nur an einem Regiotreffen teilgenommen. Als er im Gasthaus ankommt, sieht er, dass sein Name auf dem Namensschild falsch geschrieben ist. Er zögert nicht lange und bittet um ein neues Schild mit den Namen "Debbie". "Der Name begleitet mich zwar schon seit 35 Jahren, aber bisher war er nur mir bekannt", erzählt Debbie. Sie ist transsexuell und hat sich am Wochenende zum ersten Mal getraut, in ihrem neuen Erscheinungsbild als Frau in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Besuch von Bezirksapostel Koberstein

Am Samstagvormittag hatten interessierte Teilnehmer die Gelegenheit, bei einer Stadtführung Geschichte, Kultur und Architektur der saarlädischen Landeshauptstadt kennenzulernen. Anschließend trafen sich alle Teilnehmer in der neuapostolischen Kirche in der Scheidter Straße, um Bezirksapostel Bernd Koberstein zu begrüßen. Der Leiter der Gebietskirche ließ es sich nicht nehmen, persönlich als Gratulant beim Jubiläum zu erscheinen. Eine Stunde lang sprach er mit den Geschwistern. Anwesend waren auch der für Saarbrücken zuständige Apostel Clément Haeck sowie Bezirksältester Achim Eisel, Bezirksevangelist Gerhard Darm und der Vorsteher der Gemeinde, Peter Guckenbiehl. Geschwister aus Saarbrücken hatten einen Imbiss vorbereitet.

Bedeutung der Seelsorge

Bezirksapostel Koberstein beglückwünschte in seiner Ansprache die Mitglieder der Regenbogen-NAK zum Erfolg beim Europa-Jugendtag 2009. In seinen folgenden Ausführungen betonte er die Bedeutung der Seelsorge. "Es darf nicht sein, dass jemand in unserer Kirche mit seiner Seelennot allein dastehen muss", sagte Koberstein. "Seelsorge ist so ein toller Begriff, aber er muss Inhalt haben. Ein Seelsorger ist jemand, der sich aus Liebe um jede Seele sorgt und ein Empfinden daür hat, wann eine Seele Sorge hat." Eine individuelle Seelsorge für jedes Gemeindemitglied soll, so Koberstein, das Kennzeichen unserer Kirche sein. Gerade in der Phase des Coming Out sei bei Homo- und Bisexuellen sowie Transsexuellen sicher aber eine besondere Seelsorge notwendig. Der Bezirksapostel griff die Wortmeldung einer Schwester auf und wies auf diejenigen hin, die aufgrund ihrer Seelennot in die Ewigkeit gegangen sind. Nach dem Gespräch überreichte Arne Stauch, Sprecher der Regenbogen-NAK, dem Bezirksapostel zwei Exemplare der Jubiläums-Broschüre. "Allein wegen dieser Stunde hat es sich schon gelohnt, dass ich gekommen bin", sagte einer der Teilnehmer.

Neue Sprecher für die Initiative

Im Mittelpunkt der folgenden Arbeitssitzung standen personelle Veränderungen im Sprecherteam der Initiative. Im Namen der ganzen Gruppe verabschiedete Simon Tännler die bisherigen Sprecher Arne Stauch, Cornelia Clauss und Jolanda Mattenberger mit einer Dankesrede. Anschließend stellten sich die neuen Sprecher vor:

  • Conrad Gliem: Gesamtsprecher
  • Vera Heidenreich: Sprecherin Transsexuelle
  • Monika Rösch: Sprecherin Lesben
  • Peter Knöpfli: Sprecher Schwule
  • André Weiß: Sprecher Schwule

"Wir sind alle Regenbogen-NAK"

In einer Präsentation wurden anschließend die Ergebnisse der Regenbogen-Umfrage am Europa-Jugendtag vorgestellt. Ein Mitglied aus Berlin erhielt für seinen Einsatz bei der Konzeption und beim Bau des Regenbogen-Standes am EJT ein Geschenk und viel Applaus. Vor dem Schlussgebet richtete Bezirksältester Eisel noch einige Worte an die Teilnehmer. "Wir sind alle Regenbogen-NAK", sagte er. "Die Kirche besteht weltweit aus so vielen Kulturen und Hautfarben. Wir erfinden nichts Neues, wenn wir uns in unserer Unterschiedlichkeit annehmen - der Sohn Gottes hat das vorgelebt." Den Abend verbrachten die Regenbogen-NAK-Mitglieder bei einem festlichen Buffet. Showeinlagen wie der Auftritt von Regenbogen-Kultfigur "Inge Meysel" und ein Waldhorn-Solo umrahmten die Feier.

"Wir sind eine Gemeinde"

Am Sonntagmorgen erlebten die Teilnehmer des Treffens einen gemeinsamen Gottesdienst mit der Gemeinde Saarbrücken. Bezirksältester Eisel hatte die Gäste darum gebeten, sich nicht in einem Block zu setzen sondern im Kirchenschiff verteilt. Ebenfalls anwesend waren Mitglieder der Apostolischen Gemeinschaft des Saarlandes (AGdS). "Wir sind eine Gemeinde", erklärte der Bezirksälteste zu Beginn seiner Predigt. Er begrüßte die Mitglieder der Regenbogen-NAK und beglückwünschte sie zu "zehn Jahren Arbeit im Sinne der Seelsorge". Im Vorfeld des Treffens hatten Plakate im Eingangsbereich die Geschwister über Homo- und Bisexualität sowie Transsexualität informiert. "Hinter diesen Begriffen stehen Menschen, Glaube und viel Gefühl und Empfinden", sagte Eisel im Gottesdienst. Im Hinblick auf den Gottesdienst für Entschlafene las der Bezirksälteste mögliche Aussprüche von Seelen in der Ewigkeit vor. "Ich bin vergessen, abgelehnt, keiner denkt an mich, man ignoriert mich", lautete sinngemäß eines von ihnen. Ein bisschen habe der Bezirksälteste bei diesen Statements auch an die Gäste von der Regenbogen-NAK gedacht. Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich Gemeinde und Gäste zu einem Imbiss in den Nebenräumen der Kirche. Es ergaben sich viele Gespräche. Nach dem Zusammensein verabschiedeten sich die Teilnehmer voneinander. Ein großer Dank gilt den Geschwistern und Amtsträgern aus Saarbrücken, die die Gruppe herzlich und unvoreingenommen aufgenommen haben. Mit ihrem Einsatz haben sie dafür gesorgt, dass sich alle Gäste rundum wohl fühlten.

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Bericht über das erste Treffen der Gruppe in Bendorf/Koblenz

Ergebnisse der Umfrage beim Europa-Jugendtag


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