Fragen und Antworten zur Bisexualität

Was ist Bisexualität?

Wenn Menschen sich emotional und sexuell von Menschen beiderlei Geschlechts angezogen fühlen, bezeichnet man sie als bisexuell. Es ist die Aufgabe jedes Menschen, die eigene sexuelle Orientierung zu entdecken und anzunehmen.

Wie häufig kommt Bisexualität vor?

Darüber lässt sich keine klare Aussage machen. Für die Sexualforschung ist die Bisexualität ein kontroverses Thema. Der legendäre Kinsey-Report von 1948 lieferte das provokante Ergebnis, dass sich 46 Prozent der untersuchten Menschen bisexuell verhielten. Darunter fielen jedoch auch alle, die ein einziges homosexuelles Erlebnis hatten oder lediglich gleichgeschlechtliche sexuelle Fantasien. Ganz anders lauten die Ergebnisse, wenn Menschen gefragt werden, ob sie sich selbst als bisexuell bezeichnen. In einer repräsentativen Studie aus dem Jahr 1994 zum Sexualverhalten der Bundesbürger ordneten sich nur 3,4 Prozent der Männer und 4,5 Prozent der Frauen als bisexuell ein. Andere Wissenschaftler und Psychologen arbeiten heute mit der Hypothese, dass alle Menschen mehr oder weniger bisexuell veranlagt sind und ihre sexuelle Orientierung im Laufe ihres Lebens unfreiwillig entwickeln, in die eine oder die andere Richtung, oder in beide.

Gibt es Bisexualität in allen Kulturen?

Bisexuelle leben in allen heutigen Kulturen, allen Ländern, allen Gesellschaftsschichten und allen Generationen.

Bereits in der griechisch-römischen Antike und im alten Persien war die erotische Anziehung zu beiden Geschlechtern als normaler Gesellschaftsstatus anerkannt. Die ausschließliche Fixierung auf ein Geschlecht, wie wir sie heute unter den Begriffen „Homosexualität“ und „Heterosexualität“ kennen, mag es zwar gegeben haben, wurde aber nur selten thematisiert.

Im antiken Griechenland war die Liebe zwischen Männern auf unterschiedlichste Art und Weise in das gesellschaftliche Leben integriert, da sie als ebenso wichtig für das Leben und die Entwicklung des Einzelnen betrachtet wurde. Daher war sie auch in der griechischen Mythologie verankert. Sie legte den Grundstein einer Kultur, die vor über 2500 Jahren Demokratie, Theater, Philosophie, Mathematik, Geschichte usw. begründete.

Auch in Nordamerika und Sibirien bemerkten schamanische Traditionen, die noch auf die Steinzeit zurückzuführen sind, die speziellen spirituellen Energien von Männern und Frauen, die sich zu gleichgeschlechtlicher Liebe hingezogen fühlten. Dies können wir noch immer an der indianischen "Zwei_Seelen" (two_spirit) Tradition sehen, die bis zum heutigen Tage überlebt hat.

Zu keiner Zeit wurde Homosexualität und Bisexualität in der japanischen Gesellschaft und Religion als eine Sünde angesehen. Bei den Samurai war es  ein erotisches Lehrer-Schüler-Verhältnis, das zentraler Bestandteil der Ausbildung des jungen Mannes war. Die sexuelle Beziehung endete in der Regel mit dem Ende der Ausbildung im Alter von etwa 19 Jahren und das Lehrer-Schüler-Verhältnis ging dann oft in eine lebenslange Freundschaft oder Vater-Sohn-Beziehung über.

Die Einstellung der Polynesier in sexuellen Fragen ist sehr tolerant. Es überrascht nicht, dass auch homosexuelle und bisexuelle Handlungen bei ihnen ganz offen ausgeübt werden konnten und als natürlich angesehen wurden.

Gibt es Bisexualität auch bei Tieren?

Bisexualität ist relativ häufig im Tierreich zu beobachten. So gelten etwa die Bonobos als eine vollständig bisexuelle Tierart, die vor allem für ihren ausgeprägten „Lesbianismus“ bekannt ist. Angenommen wird hier eine über die Vermehrung hinausgehende Multifunktionalität sexuellen Verhaltens. Beobachtet wurde ein verstärktes bisexuelles  Verhalten auch bei Graugänsen, Papageien und den Humboldtpinguinen.

Wissen Bisexuelle nicht, was sie wollen?

Das Hingezogensein zu beiden Geschlechtern bedeutet im Gegensatz zu gängigen Vorurteilen nicht zwangsläufig, jederzeit abwechselnd sexuelle Kontakte mit Männern und Frauen zu pflegen. Häufig führen Bisexuelle in einer Lebensphase eine langfristige Beziehung zu einem Partner desselben Geschlechts und in einer anderen zu einem Partner des anderen Geschlechts.

Was sagt die Bibel zu Bisexualität?

Begriff Bisexualität, eigentlich Ambisexualität, wurde erst 1920 durch Siegmund Freud eingeführt. Da die Bibel sehr viel älter ist, betrachtet sie nach dem Kenntnisstand ihrer Entstehung lediglich solche gleichgeschlechtliche Handlungen heterosexueller oder mutmaßlich heterosexueller Menschen, von denen man annahm, dass sie sich auch rein heterosexuell hätten verhalten können. Sexuelle Handlungen von eindeutig homo- oder bisexuell festgelegten Menschen werden durch die Bibel nicht bewertet, da die Bibel entstand, bevor die menschliche sexuelle Orientierung in den Blickpunkt der Wissenschaft rückte.

Als neuapostolische Christen stehen wir vor der Aufgabe, die Veranlagung anzunehmen und verantwortlich zu leben im Sinne des Doppelgebotes der Gottes- und Nächstenliebe, die auch die Selbstliebe einschließt. Die Unterstützung der christlichen Gemeinde sowie der Kontakt zu Menschen in gleicher Lebenssituation sind dabei wichtig.

Weiterführende Informationen:

Wikipedia Bisexualität


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