Antworten auf häufig gestellte Fragen

Wie wird man transident / transsexuell?

Niemand wird transident bzw. transsexuell.
Entweder man ist oder man ist nicht transsexuell.
Häufig wird bereits im Kindesalter ein „Anders sein“ bemerkt. Dies bereitet Unbehagen, da dieses „Anders sein“ nicht immer korrekt gedeutet werden kann. Möglicherweise wird einem transsexuellen Mensch die eigene Identitätsstörung erst in einem späteren Lebensabschnitt bewusst.

Es gibt viele Untersuchungen und noch mehr Spekulationen über mögliche Ursachen der Transsexualität. Bisher wurden jedoch keine dieser Vermutungen wissenschaftlich als Ursache für Transidentität bestätigt.
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen erbrachten Indizien dafür, dass sich bereits im Embryonenalter die im Gehirn angelegte Geschlechtsidentität und die körperlichen Geschlechtsmerkmale ungleich entwickeln.


Sind Transvestiten auch Transsexuelle?

Nein!
Transvestiten fühlen sich in ihrem biologischen Geschlecht durchaus wohl und streben weder rechtliche noch medizinische Maßnahmen zum Wechsel ihres Geschlechtes an. „Richtige“ Transvestiten leben in dem Zwang gegengeschlechtliche Kleidung zu tragen.

 

Sind alle Transgender aufgetakelte Typen in Kleidern?

Nein, dies ist ein Klischee.
Einerseits ist dieses Klischee den Medien zu verdanken, welche durch Talkshows, Filme und unseriöse Berichte sowie oberflächliche Recherche dieses Bild haben aufkommen lassen. Andererseits wird, leider auch aus den Reihen der Transgender, immer wieder dieses Klischee genährt.


Was ist eine Geschlechtsumwandlung?

Das Wort Geschlechtsumwandlung ist nicht korrekt, aber leider in der Öffentlichkeit weit verbreitet.
Die korrekte Bezeichnung ist Geschlechtsangleichung. Darunter versteht man die Angleichung der Geschlechtsmerkmale des betroffenen Menschen an das empfundene Geschlecht. Zitat einer führenden Medizinerin:
„Durch die geschlechtsangleichende Operation wird lediglich Alles an die korrekte Stelle verbracht.“
In der Regel werden die Kosten der geschlechtsangleichenden Operation von den Krankenkassen übernommen.


Wofür braucht man Gutachten?

Psychologische Gutachten benötigen Betroffene für die rechtlichen Verfahren, die Änderung des Vornamens und die Änderung des Personenstandes. Qualifizierte Gutachter werden vom Amtsgericht beauftragt und erstellen in deren Namen nach einer längeren Beobachtungszeit ein psychologisches Gutachten.
Medizinische und psychologische Gutachten werden benötigt, um die Notwendigkeit medizinischer Eingriffe zu bestätigen und Leistungsansprüche gegenüber den Kostenträgern zu belegen.


Warum ist Transsexualität (k)eine Krankheit?

Transsexualität als solche ist keine Krankheit. Allerdings ist international medizinisch anerkannt, dass Transsexualität krankheitswerten Charakter hat. Der sich mit zunehmendem Lebensalter verstärkende Leidensdruck ist Ursache für verschiedene psycho-somatische Beeinträchtigungen.
Betroffenen kann nur durch medizinische Maßnahmen geholfen werden. Desweiteren ist stets eine psychologische Begleitung angeraten, um den Betroffenen den nötigen Halt in der Phase der mitunter jahrelangen Eingewöhnung in das reale Leben der neuen Geschlechterrolle zu erleichtern.


Warum bleiben Transsexuelle nicht so wie sie sind?

Der psychische Leidensdruck bei transsexuellen Menschen ist unbeschreiblich groß. Die Folgen sind häufig totale Überbelastung, schwere Depressionen und Lustlosigkeit. Die eindeutige Ablehnung des eigenen Körpers und Geschlechtes führen auch gelegentlich zu Selbstverletzung, mitunter zum Suizid.
Nicht wenige verlieren aufgrund ihrer "Krankheit" ihren Job, ihre Freunde und ihre Familie.
Nicht jeder transidente Mensch lässt eine komplette Angleichung der Geschlechts-merkmale durchführen. Die Rate der Angleichungen bei MzF-Transsexuellen liegt bei ca. 90%, bei FzM-Transsexuellen ist diese Rate bedeutend geringer.


Müssen sich Betroffene von ihren Partnern scheiden lassen?

Nein!
Das TSG setzt für die Änderung des Vornamens keine Einschränkung im Bereich des Familienstandes voraus.
Zwar war, gemäß TSG, die Ehelosigkeit noch Voraussetzung zur Personenstandsänderung. Doch wurde diese Vorraussetzung durch Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichtes im Mai 2008 widerrufen. Somit ist es seit 2008 möglich, dass Ehepartner ihre oftmals seit Jahrzehnten bestehende Ehe fortsetzen können - nunmehr eben gleichgeschlechtlich.
Vor diesem Urteil musste eine bestehende Ehe geschieden werden. Oft wurde anschließend eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft eingegangen und damit erhebliche rechtliche Nachteile in Kauf genommen. Das Bundesverfassungsgericht hat jedoch der verfassungsrechtlich geschützten Ehe, als elementares Grundrecht, einen Vorrang vor den formalen Anforderungen des TSG zugesprochen.


Wieso haben viele Betroffene geheiratet und Kinder gezeugt?

Lange herrschte die irrige Meinung, dass Transsexualität die Betroffenen lediglich eine kurz andauernde Phase des Lebens belasten würde. Genauso falsch ist die Meinung, Transsexualität sei therapierbar.
Viele Betroffene versuchen ihre "merkwürdigen Empfindungen, Gedanken und Gefühle" zu verdrängen und "normal" zu sein. Sie befürchten, dass die Gesellschaft eben so hart und abwertend, wie zugleich auch diskriminierend reagiert. Sie versuchen, dem in der Gesellschaft akzeptierten Rollenverständnis entsprechend zu leben und gründen Familien.
Doch das geht nur selten gut. Irgendwann wird bei den Betroffenen der Leidensdruck zu groß und nicht selten folgen Suizidversuche. Natürlich leidet auch die Familie darunter. Ob es dann das Richtige war eine Familie zu gründen ist fraglich, aber aus der Sicht des Betroffenen eine Möglichkeit, als "normal" zu gelten.


Wie ist die Orientierung von Transsexuellen?

Genau wie andere, möchten auch transsexuelle Menschen in einer liebevollen Partnerschaft leben. Diese Beziehungen sind entweder hetero-, bi- oder homosexuell geprägt.


Wie geht es Transsexuellen in der Neuapostolischen Kirche?

Diese allgemeine Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten.
Jedenfalls kann die Integration transsexueller Glaubensgeschwister gelingen, wenn in solchen Situationen, die zunächst für alle Seiten ungewohnt sind, Vorurteilen mit guten Informationen begegnet wird. Glaubensgeschwister sollten ihre Herzen freundlich und liebevoll auftun. Und Amtsträger sollten im Sinne der Kirchenleitung und deren öffentlicher Stellungnahme allen Beteiligten Seelsorge anbieten und Sicherheit vermitteln.

Gerade in der Phase des Geschlechtswechsels ist die Integration ein langwieriger, wechselvoller Prozess, der viel Verständnis erfordert.


Nächste Treffen:

27.-29. Oktober 2017: Offenbach (Deutschland)

04.-06. Mai 2018 : Münster (Deutschland)

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