Recht und Medizin - einige Begriffserklärungen

Transsexuellengesetz (TSG)

In Deutschland regelt das Transsexuellengesetz (TSG) die Verfahrensweise zur Änderung des Vornamens und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen. Das TSG bildet die Grundlage dafür, dass transsexuelle Personen mit rechtlicher Anerkennung ihr künftiges Leben im angestrebten Geschlecht führen können.


Namensänderung

Transsexuelle können gemäß TSG §1 ihren männlichen in einen weiblichen Vornamen ändern lassen bzw. umgekehrt.
Nach Antragstellung wird durch das Amtsgericht, bei Erfüllung der Voraussetzungen, die Vornamensänderung beschlossen.
Aus einem Fritz Müller wird z. B eine Lisa Müller.


Personenstandsänderung

TSG § 8 regelt das Verfahren zur Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit, welche die Änderung des Personenstandes im Personenstandsregister beim Standesamt zur Folge hat.
Nach Antragstellung wird, bei Erfüllung der Voraussetzungen, durch das Amtsgericht die Geschlechtszugehörigkeit festgestellt.
Aus einem „Herrn“ Lisa Müller wird z. B eine Frau Lisa Müller.
Auf Antrag werden anschließend sämtliche amtlichen Dokumente und Papiere, wie Geburtsurkunde, sämtliche Ausweise und Zeugnisse aktuell geändert.


Offenbarungsverbot

Niemand darf die früheren Vornamen oder die frühere Geschlechtszugehörigkeit ohne Zustimmung der betroffenen Person offenbaren oder ausforschen. Dies ist in § 5 und § 10 TSG geregelt.
Trotzdem passiert es immer wieder, sehr oft zum Nachteil der Betroffenen, dass Schwatzhafte oder „gute“ Freunde plaudern. Sie schaden damit den transsexuellen Menschen und ihren Familien erheblich. Betroffene können Schadensersatz fordern.


Standards of Care (SoC)

Die Standards of Care sind ein Leitfaden für medizinische und soziale Maßnahmen, für Ämter und Behörden sowie das berufliche Umfeld von transidenten Menschen. Diese Standards haben zwar keinen gesetzlichen Status, aber sie werden weitgehend von allen Betroffenen als bindend betrachtet.
Detailliert werden, im Sinne der vorbeugenden, heilenden und anpassenden Behandlung, die notwendigen Maßnahmen, Begleitung, Hilfen und Unterstützung beschrieben.


Alltagstest

bezeichnet einen Zeitabschnitt, in welchem transsexuelle Menschen das Leben in der angestrebten Geschlechterrolle versuchen; er dient auch zur eigenen Sicherheit. Spätestens in dieser Zeit muss sich der betroffene Mensch seiner Umgebung, also Familie, Freunden und Kollegen gegenüber outen.
Ein heimlicher, halbherziger und nur in den eigenen vier Wänden gelebter Alltagstest hilft nicht weiter. Erst nach dem bestandenen Alltagstest wird von den behandelnden Ärzten die Indikation für weitere Behandlungen gegeben.


Psychotherapeutische Begleitung

Sie dient der Feststellung und Attestierung des „Transsexuellen Syndroms“ im Vorfeld und ist Voraussetzung notwendiger medizinischer und rechtlicher Maßnahmen. Zusammen mit dem Alltagstest soll die Psychotherapie dem Betroffenen dazu verhelfen, die adäquate individuelle Lösung für sein spezifisches Identitätsproblem zu finden. Sie soll eine Bearbeitung relevanter psychischer Probleme des Patienten ermöglichen. Auch Familienangehörige, im Besonderen die Kinder von Betroffenen bedürfen einer ausgeprägten kompetenten psychologischen Betreuung und Begleitung.


Hormone

helfen Transsexuellen ein inneres Gleichgewicht zu finden und eine äußerliche Angleichung zu erreichen.
Die gegengeschlechtliche Hormontherapie ist ein wichtiger medizinischer Schritt und kann erst nach fachärztlicher Indikation erfolgen. Die Folgen der Hormontherapie sind unumkehrbar. Die Dosierung ist stets individuell und erfolgt durch einen Facharzt. Die Medikamenteneinnahme ist lebenslang erforderlich.


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27.-29. Oktober 2017: Offenbach (Deutschland)

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