Aussagen der NAK zur Transsexualität

2007: Stellungnahme zur Transsexualität

„Der Mensch hat ein angeborenes Geschlecht, auch biologisches Geschlecht genannt. Damit ist seine geschlechtliche Zugehörigkeit festgelegt.

Transsexuelle allerdings fühlen sich biologisch dauerhaft zum anderen Geschlecht zugehörig. Dazu gehören die Ablehnung der mit dem angeborenen Geschlecht verbundenen Rollenerwartungen und der drängende Wunsch, sozial und juristisch anerkannt im gewünschten Geschlecht zu leben. Entsprechend bestehen eine graduell durchaus unterschiedliche Ablehnung der körperlichen Merkmale des angeborenen Geschlechtes sowie in der Regel der Drang, durch hormonelle und chirurgische Maßnahmen soweit als möglich die körperliche Erscheinungsform dem gewünschten Geschlecht anzugleichen. Transsexuelle stehen psychisch meist unter einem enormen Leidensdruck.

Vor den gewünschten geschlechtsangleichenden Maßnahmen haben Gutachter festzustellen, ob Transsexualität vorliegt. Es können Jahre vergehen, bis geschlechtsangleichende Maßnahmen erfolgen. Danach ist in etlichen Ländern eine Personenstandsänderung möglich.

In der Bibel finden sich keine Aussagen zu Transsexualität. Ob und in welchem Umfang ein Mensch, der in seiner Transsexualität absolut festgelegt ist, durch die geschlechtsangleichenden Maßnahmen Schuld gegenüber Gott auf sich lädt, liegt deshalb allein im Ermessen Gottes. Geschlechtsangleichende Maßnahmen fallen in den Bereich der Eigenverantwortung.

Transsexuelle Glaubensgeschwister und ihre Angehörigen können gewiss sein, dass ihre seelsorgerische Betreuung uneingeschränkt erfolgt.

Transsexuelle können keine Amts- und Lehrtätigkeit ausüben.“ (Quelle: nak.org)

 

 

Unser Kommentar:

Diese Stellungname vermittelt – trotz der Kürze – den Eindruck, dass die Kirche den Sachverhalt versteht und Verständnis hat für transsexuelle Glaubensgeschwister und deren Angehörige. Die Stellungnahme soll kirchenintern bis auf die Ebene Gemeindevorsteher bekannt gegeben werden.

Viele Leser dieser Stellungnahme mögen spontan die bunten Bilder aus Presse und TV vor Augen haben. Transsexualität und die damit verbundenen Leidenssituationen haben jedoch wirklich nichts mit Befriedigung von „Fleischeslust“ zu tun. Es ist wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, dass Transsexualität vermutlich eine pränatale Prägung ist und nicht eine Lebensweise von Menschen, die diese sich hätten wählen oder antrainieren können.

Menschen mit dieser Prägung, die in medizinischer Fachliteratur als „Geschlechtsidentitätsstörung“ beschrieben wird und in die Kategorie der Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen einsortiert ist, machen in aller Regel eine Fülle von demütigenden und verletzenden Erfahrungen. Und erst diese Erfahrungen, die Ängste sowie Scham und innere Einsamkeit auslösen, können zu solchen Persönlichkeitsstörungen führen, die sehr häufig Krankheitswert erlangen. Die Suizidrate bei transsexuellen Menschen ist sehr hoch.

Es ist an dieser Stelle den Vertretern der Kirche im Gremium für besondere Angelegenheiten zu danken, dass sie unserer Anregung gefolgt sind, sich und die Bezirksapostelversammlung mit dieser Problematik zu befassen. Es ist zumindest von der Grundlage her die Voraussetzung geschaffen, transsexuelle Glaubensgeschwister in schwierigsten Lebensphasen zu begleiten und bei eigenverantwortlich zu treffenden Entscheidungen zu stützen. Seelsorger sollten sich allerdings mit den Aussagen der Kirche zu „Sünde und Schuld“ gut auseinander gesetzt haben. Seelische Belastungen, die aus der Sorge entstehen vor Gott zu sündigen, können vermieden oder aber abgebaut werden.

Die Seelsorge hat nicht psychotherapeutische Therapien zu ersetzen. Sie kann aber notwendige Therapien unterstützen. Sie soll auch in der Gemeinde integrierend wirken und Akzeptanz schaffen. Die Anforderungen an Seelsorger sind ohne Zweifel hoch. Sie müssen mitunter eigene Befangenheit bewältigen und ethische Grundüberzeugungen korrigieren. In die Seelsorge sind auch (Ehe-)Partner und Angehörige mit einzubeziehen. Das war uns ein besonderes Anliegen, weil Partnerschaften und Familien extremen Belastungen ausgesetzt sind und nur allzu häufig auseinander brechen.

Für transsexuelle Glaubensgeschwister, für ihre Angehörigen sowie für Seelsorger sind wir per Mailformular hier erreichbar.

Wir hoffen, dass die Stellungnahme der Kirche für transsexuelle Glaubensgeschwister, deren Partner und Angehörige eine nützliche Hilfe sein wird.


Nächste Treffen:

4.-6. Mai 2018 : Münster (Deutschland)

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