Fragen und Antworten zur Homosexualität

Homosexuellen-Denkmal in der Christopher Street in New York

Was ist Homosexualität?

Homosexualität ist eine Bezeichnung für eine geschlechtliche Orientierung, nämlich die auf Menschen des eigenen Geschlechts. Wenn Menschen sich emotional, erotisch und sexuell vorwiegend von Menschen des eigenen Geschlechts angezogen fühlen, bezeichnet man sie als homosexuell. Männer, die Männer lieben nennen sich schwul, Frauen, die Frauen lieben bezeichnen sich als lesbisch. Menschen, die sich von beiden Geschlechtern angezogen fühlen werden als bisexuell bezeichnet. Die geschlechtliche Orientierung (ob hetero, homo oder bi) ist vorgegeben, unfreiwillig, unveränderbar und lebenslang. Es ist die Aufgabe jedes Menschen die eigene sexuelle Orientierung zu entdecken und anzunehmen. Der Anteil der Homosexuellen an der Gesamtbevölkerung liegt bei 5 - 10%. (Bei vorsichtiger Schätzung gibt es in der BRD also mindestens 4 Millionen gleichgeschlechtlich orientierter Menschen).

Ist Homosexualität normal?

Ja, Homosexuelle kommen in allen Kulturen, allen Ländern, allen Gesellschaftsschichten und allen Generationen vor. Sie unterscheiden sich von der heterosexuellen Mehrheit nur durch die andere Ausrichtung ihrer geschlechtlichen Orientierung. "Sind Schwule normal?" ist eine genau so sinnlose Frage wie "sind Schwarze normal?". Tatsache ist, dass es Homo- und Heterosexuelle gibt, genauso wie es Schwarze und Weiße gibt. Beide sind normal, die einen wie die anderen. In anderen Kulturen und früheren geschichtlichen Epochen (z.B. klassisches Griechenland) galten homosexuelle Beziehungen als völlig normal und waren hoch angesehen. Heute sind Homosexuelle in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, in Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur vertreten. Es gibt schwule Ärzte, lesbische Lehrerinnen ebenso wie schwule Handwerker und lesbische Verkäuferinnen.

Ist Homosexualität unnatürlich?

Nein. Wie heute bekannt ist, kommt Homosexualität auch bei zahlreichen Tierarten vor und ist somit klar Teil dessen, was wir als Natur bezeichnen. Homosexuelle verstoßen also keineswegs gegen die Natur, wenn sie mit gleichgeschlechtlichen Partnern Beziehungen eingehen. Im Gegenteil, sie handeln in Übereinstimmung mit ihrer Natur. So wie es für die einen natürlich ist, wichtige Dinge mit der linken, und nicht mit der rechten Hand auszuführen, ist es für Homosexuelle natürlich, einen Partner des eigenen und nicht des anderen Geschlechts zu suchen.

Ist Homosexualität vererbbar?

Direkt offensichtlich nicht, denn meistens haben Schwule und Lesben heterosexuelle Eltern und heterosexuelle Geschwister, ebenso sind ihre Kinder (sofern sie welche haben) öfter hetero- als homosexuell. Was nach wie vor ungeklärt bleibt ist die Frage, inwiefern, Homosexualität genetisch bedingt ist. Darauf gibt es bis heute keine eindeutigen wissenschaftlich seriöse Belege. Klar ist hingegen, dass Eltern von Homosexuellen mit der Orientierung ihrer Kinder direkt nichts zu tun haben, genau so wenig wie Eltern von Heterosexuellen. Der manchmal gehörte Vorwurf, die Eltern hätten ihr Kind falsch erzogen, entbehrt jeder Grundlage.

Ist Homosexualität eine Krankheit?

Nein, die betroffenen Menschen sind in den üblichen Grenzen physisch und psychisch gesund. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) sowie zahlreiche psychiatrische Berufsorganisationen haben Homosexualität offiziell als Krankheit von ihren Listen gestrichen. Dagegen ist zu erwähnen, dass die weitverbreitete Ablehnung, Ausgrenzung oder gar Verfolgung und die daraus resultierende Verdrängung krank machen können. Gerade fortgesetzte Versuche, die eigene Sexualität zu unterdrücken sind als krankmachend zu bezeichnen.

Kann Homosexualität geheilt werden?

Da Homosexualität keine Krankheit ist, ist diese Frage gegenstandslos. Die Versuche, Homosexualität dennoch zu "heilen" führen nicht zum gewünschten Resultat, niemand kann durch Therapieversuche "umgepolt" werden. Was erreicht werden kann, ist die konsequente Unterdrückung der eigenen Sexualität in Form der Enthaltsamkeit. Aber damit sind die Betroffenen ihre Homosexualität nicht los, sondern es dreht sich dann alles darum, sie zu vermeiden. Homosexualität ist nach wie vor ein Grundbestandteil der Persönlichkeit und die entsprechenden Gefühle werden durch die Unterdrückung und Verdrängung nur stärker.

Ist Homosexualität erlernt?

Nein, sie kommt auch bei Menschen vor, die nie zuvor Kontakt mit anderen Homosexuellen hatten. Geschlechtliche Orientierung (ob hetero, homo oder bi) ist gegeben, sie hängt nicht von der Umgebung ab. Es gibt deshalb auch keinen Grund, sich Sorgen zu machen, dass Homosexuelle einen schlechten Einfluss auf Kinder haben könnten. Wer nicht bereits homosexuell veranlagt ist kann auch nicht dazu verführt werden. Die meisten Homosexuellen sind in ihrer Kindheit und Jugend von einer überwältigenden heterosexuellen Mehrheit umgeben. Dennoch bleiben sie selbst auf das eigene Geschlecht orientiert.

Ist Homosexualität unmoralisch?

Nein. Genauso wie es nicht unmoralisch ist, Linkshänder zu sein. Moralisch/unmoralisch können nur bestimmte Verhaltensweisen sein, nicht aber eine grundlegende Orientierung. Gegenüber Partnern des gleichen Geschlechts gibt es ebenso viele Möglichkeiten, sich moralisch und auch unmoralisch zu verhalten wie gegenüber Partnern des anderen Geschlechts. In der christlichen Tradition wurde immer davon ausgegangen, dass gleichgeschlechtliches Verhalten grundsätzlich unmoralisch sei und ins Verderben führe. Aber die paulinischen Aussagen zu diesem Thema beruhen auf der (falschen, wie wir unterdessen wissen) Annahme, dass es der Natur des Menschen entspreche, Menschen des anderen Geschlechts zu lieben. Die Realität ist aber subtil anders: es liegt in der Natur des Menschen, andere Menschen zu lieben. Für die meisten sind das Menschen des anderen Geschlechts, für eine Minderheit sind es Menschen des eigenen Geschlechts.

Sind Homosexuelle pervers, sind Schwule Knabenschänder?

Nein. Der Anteil derer, die sogenannte perverse sexuelle Praktiken bevorzugen, ist unter Homosexuellen etwa gleich groß wie unter Heterosexuellen. Ebenso verhält es sich mit dem Anteil derer, die Kinder missbrauchen: in den meisten Fälle von Kindesmissbrauch ist der Täter heterosexuell und das Opfer ein Mädchen. Der Prozentsatz der Fälle, in denen der Täter homosexuell und das Opfer ein Knabe ist, entspricht ungefähr dem Prozentsatz der Homosexuellen an der Gesamtbevölkerung.

Sind Schwule weibisch?

Nein, im Allgemeinen nicht. Den meisten Schwulen sieht man ihre Orientierung nicht an. Das Klischee der weibischen Schwulen ist in erster Linie ein Konstrukt der Medien, das allerdings (wie viele Klischees) ein Körnchen Wahrheit enthält: es gibt in der Tat eine kleine Minderheit der Schwulen, die sich betont weiblich und meist auch stark affektiert geben. Interessanter ist hingegen folgender Umstand: jeder Mensch hat in sich Qualitäten, die traditionellerweise dem einen oder dem anderen Geschlecht zugeordnet werden, so gibt es "typisch weibliche" Qualitäten (auf den anderen eingehen, zuhören können, fürsorglich sein, etc.) und "typisch männliche" (kämpferisch sein, stark und unabhängig sein, etc.). Jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht und geschlechtlicher Orientierung trägt in sich sowohl "weibliche" als auch "männliche" Qualitäten. Da Schwule den geläufigen Vorstellungen dessen, was ein Mann sei, sowieso nicht voll entsprechen, ist es für sie einfacher, auch die weiblichen Qualitäten der eigenen Persönlichkeit zum Ausdruck kommen zu lassen.

Müssen Homosexuelle enthaltsam leben?

Dafür gibt es keine guten Gründe. Weil Homosexuelle ebenso normal, gesund und natürlich sind wie Heterosexuelle haben sie auch analoge Bedürfnisse und deshalb sollen für sie auch dieselben Regeln gelten. Da Homosexualität lebenslang ist, müssten Homosexuelle ja folglich ihr Leben lang enthaltsam sein. Ein derart radikaler Weg kann allerhöchstens aus freiem Willen gewählt, keinesfalls aber von außen verlangt werden.


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